Vita
Elli Hurst, *1971 in Offenburg
- seit 2006freischaffende Künstlerin, Atelier in der Wiede-Fabrik, München
- 2000–2006freiberufliche Grafikerin in München
- 1994–2000Art Direction in Karlsruhe / Hamburg / Ann Arbor (Michigan, USA)
- 1991–1994Staatl. geprüfte Grafik-Designerin, CHS Karlsruhe
- 1990–91Studium der Ethnologie, Freiburg
- BBK Oberbayern (Berufsverband Bildender Künstler)
- Museumspädagogische Weiterbildung, Bayerische Museumsakademie
- Zusatzqualifikation „Kulturelle Bildung" für freie AkteurInnen
- seit 2016 Kunstvermittlerin für diverse Museen und Bildungsträger (Villa Stuck, Museum Brandhorst, Pinakothek der Moderne, Alte Pinakothek, Haus der Kunst, Sammlung Goetz); Dozentin bei little ART
- 2013–2019 Initiatorin der short time GALERIE — temporärer Kunstraum für zeitgenössische Kunst
Artist Statement
Die freischaffende Künstlerin und Kunstvermittlerin Elli Hurst untersucht in ihren Arbeiten natürliche Strukturen und Oberflächenbeschaffenheiten. Die Natur dient als Quelle der Inspiration, Faszination und Grundlage des künstlerischen Schaffensprozesses; Komplexität, Form und Farbe von Naturmaterialien stehen dabei im Zentrum der Arbeit.
Kraterlandschaft oder beschädigtes Mauerwerk? Baumrinde oder rissige Erde? Ist es Organisches durch das Mikroskop betrachtet — oder eine Landschaft aus der Vogelperspektive?
Der Blick der Künstlerin zeigt, wie eng Strukturen im Kleinen wie im Großen sich gleichen und malerische Verbindungen eingehen. In ihren Werken lässt sie uns die fragile Schönheit des Vergänglichen, Beschädigten und Unvollkommenen sehen.
Hurst experimentiert mit unterschiedlichen Techniken, setzt chemische Reaktionen als Gestaltungselement ein, reagiert auf Zufälliges und überarbeitet in vielen Phasen Schicht um Schicht den Malgrund. Stets auf der Suche nach neuen strukturellen Mischformen aus den Bereichen der Geologie, Mineralogie, Botanik, Meteorologie, Mikrobiologie und Topografie werden Kunstwerke geschaffen, die unsere Wahrnehmung auf die Probe stellen.
Durch die Verknüpfung von Malerei mit Gesammeltem — alten topografischen Karten, Briefmarken, Postkarten und Fotografien — entstehen vielschichtige Collagen, die überraschend und tiefgründig zugleich sind. Die Mixed-Media-Arbeiten reflektieren unseren Umgang mit der Natur und lassen uns eintauchen in neu erschaffene Welten. In Serien wie LOST PARADISE setzt sich Hurst mit der Vergänglichkeit und dem fragilen Verhältnis von Mensch und Natur im Umgang mit natürlichen Ressourcen auseinander — nicht illustrativ, sondern atmosphärisch verdichtet.
Neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit prägt Hurst seit vielen Jahren die Kunstvermittlung in Museen und kulturellen Institutionen. Diese intensive Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Raum und Bildgeschichte spiegelt sich in der besonderen Sensibilität ihrer Arbeiten wider.